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08.10.2020 CO2-Äquivalente und unser Essen

Wir befinden uns unzweifelhaft in einem allmählich globalen Klimawandel, der inzwischen für jeden Menschen wahrnehmbar ist, aber von Landesfürsten großer Flächenländer in hohem Maße ignoriert wird, obwohl wir doch nur eine Erde haben. Wurden bisher als Maßnahmen zum Klimaschutz vorwiegend technische Lösungen vorgeschlagen, wie erhöhte Energieeffizienz, die Nutzung regenerativer Energieträger, Wärmedämmung, E-Mobilität und der Umstieg aufs Fahrrad im Alltag, so ist dies insbesondere beim Nahrungsmittelkonsum weniger populär.

Kaum bekannt ist, dass der Bereich Ernährung nämlich rund 20 Prozent der gesamten Energie in Deutschland verbraucht. Entsprechend ist dieser Bereich auch an den Emissionen beteiligt. Etwa die Hälfte der ernährungsbedingten Emissionen stammt aus der Landwirtschaft, allein 40 % davon aus der Produktion tierischer Nahrungsmittel. Eine Maßnahme zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Ernährungsbereich wäre folglich pflanzliche Lebensmittel gegenüber tierischen zu bevorzugen.

Kaum bekannt ist auch, ob es diesbezüglich zwischen den konventionell und biologisch, hergestellten Lebensmitteln einen Unterschied gibt und bei welcher Art und Weise des Anbaus bzw. Aufzucht ein positiver Effekt wirkt.

Werden wir mal etwas konkreter. Derzeit fallen ziemlich genau 2 t CO2-Äquivalente je Person in Deutschland für die Ernährung an. Natürlich können wir jetzt nicht aufhören zu essen, um die Welt zu retten, aber wir alle haben es in der Hand, zu helfen auch beim Essen die Treibhausgas-Emmissionen zu reduzieren. Schlaue Köpfe haben ermittelt, wieviel CO2-Äquivalente in Gramm auf 1 kg ausgewählter Nahrungsmittel entfallen, einschließlich Verarbeitung, Transport und Kühlung. Zusätzlich wurde ermittelt, ob im Hinblick auf biologisch hergestellte Lebensmittel positive Effekte zu verzeichnen sind.

Schauen wir mal auf die Tabelle mit den vier farblich unterlegten Nahrungsmittelblöcken - Fleisch ist orange, Gartengemüse grün, Backwaren gelb und tierische Produkte sind blau unterlegt. Die Farbe dient lediglich der Unterscheidung. Die höchsten Grammangaben finden sich bei Fleisch und Milchprodukten. Die gute alte Butter ragt hier mit Abstand aus der Zahlenmasse mit fast 24 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm wohlgemerkt mit großem Abstand heraus.

Auf dem Plätzen folgen Rindfleisch, Käse und Sahne. Aber bevor sich Schweine- und Geflügelfleisch einreiht, kommen erst einmal noch die Pommes. Und erst ab Platz 16 kommen die Backwaren, um auch mal aus dem gelb hinterlegten Tabellenbereich ein Lebensmittel genannt zu haben.

Nahrungsmittelkonventionellökologisch
Butter23,8 kg CO2-Äquivalent je kg22,1 kg
Rindfleisch13,3 kg11,4 kg
Käse8,5 kg7,9 kg
Sahne7,6 kg7,1 kg
Pommes frites (Tifekühl)5,7 kg5,6 kg
Schweinefleisch3,2 kg3,0 kg

Schauen wir nun mal auf die Unterschiede zwischen konventionellen und ökologischen Anbau bzw. konventioneller und ökologischer Aufzucht. Insgesamt ist zu sagen, dass der ökologische Anbau bzw. die ökologische Aufzucht um 14 % klimaschonender bezogen auf alle Einträge in der großen Tabelle vonstatten geht. Betrachten wir mal die vier Nahrungsmittelblöcke. Den höchsten Klimaschutz erzielen wir beim  Gartengemüse, gefolgt von den Backwaren, Fleischerzeugnissen und zum Schluss die Milcherzeugnisse.

Auf der Hand liegt, dass Lebensmittel mit einem hohen CO2-Äquivalent absolut gesehen auch die größte Einsparung nach sich ziehen. Hier ist allerdings das Rind der Gewinner. Fast 2 kg spart die ökologische gegenüber der konventionellen Aufzucht. Dann aber folgt bereits die Butter mit immerhin 1,7 kg. Prozentual sind jedoch die frischen Kartoffeln und Tomaten die Gewinner. Hier verbessert sich die CO2-Bilanz um sage und schreibe 45 %.

Mit dem Ergebnis bin ich persönlich nicht sonderlich zufrieden - ich muss jetzt weniger Butter, Käse und Rindfleisch essen.

P.S. Zahlen zu Insekten-Snacks gibt es noch nicht.

Das Bundeszentrum für Ernährung hat eine Broschüre zu diesem Thema herausgebracht: BZfE-Broschüre Mein Essen - unser Klima