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20.01.2022 Klimakrise? Bei uns?

(Bildquelle: Pixabay.com)

Wir sehen im Fernsehen, wie sich Tornados in Deutschland bilden, wie es zu extremen Starkregenereignissen mit exorbitanten Schäden kommt, wie der Wald austrocknet. Keine Klimakrise? Die Politik regelt jetzt nach und spricht von Klimaneutralität und verbindet dies mit einem Zieljahr. So möchte beispielsweise Bretzenheim seine Gebäude bis 2030 klimaneutral betreiben. Klimaneutral steht im Grunde genommen für CO2-neutral. Global gesehen, bedeutet dies wiederum, dass jedwedes Freisetzen (Emission) von Kohlenstoffdioxid (CO2), sei es beim Produzieren von Waren oder sei es beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Erdgas, an einer anderen Stelle kompensiert bzw. eingespart oder sogar aus der Atmosphäre entfernt wird. Nun steht CO2 zwischenzeitlich auch stellvertretend für andere böse Treibhausgase, wie Methan und Lachgas. Um nicht stets differenzieren zu müssen, wird Methan und Lachgas in CO2-Aquivalente umgerechnet. Dazu mehr im nächsten Absatz. Aber wie viel von diesen Treibhausgasen werden in Deutschland emittiert bzw. in die Atmosphäre abgegeben?

Deutschland hat in 2021 insgesamt etwa 800 Millionen CO2 in die Luft geblasen. Wie viel „negative Emissionen“ (= Entfernung aus der Atmosphäre) auf Deutschland entfallen, ist leider nicht erforscht. Es dürfte jedoch nicht allzu viel sein. 87,1% Prozent der freigesetzten Treibhausgase entfallen auf Kohlendioxid, 6,5 Prozent auf Methan und 4,6 Prozent auf Lachgas. Der Schwerpunkt liegt also auf CO2, doch entscheidend ist auch, wie wirksam das Gas in der Atmosphäre sein Unwesen treibt. Nach 1000 Jahren sind bei CO2 etwa 15 bis 40 Prozent in der Atmosphäre übrig. Der gesamte Abbau dauert jedoch mehrere hunderttausend Jahre. Die Lebenszeit von Methan hingegen liegt bei überschaubaren 12 Jahren. Jedoch ist es 25-mal so schädlich wie das CO2 (= 25 CO2-Äquivalente). Ursächlich für die Methan-Emissionen sind im Besonderen die Massentierhaltung und immer mehr das Schmelzen der Permafrostböden. Bei Lachgas (Distickstoffoxid) liegt die Verweildauer in der Atmosphäre bei 121 Jahre. Es entsteht bei chemischen Prozessen in der Kunststoff- und Düngemittelindustrie. Es ist sage und schreibe 298-mal so wirksam wie das CO2 (= 289 CO2-Äquivalente). (Quelle: UBA)

Das klingt alles nicht gut. Forschungsergebnisse aus den 50er Jahren haben bereits den Anstieg des CO2-Anteils in der Atmosphäre prophezeit. Die Politik hat demnach über Jahrzehnte nicht gegengesteuert und auch nicht in Sachen CO2-Entfernung forschen lassen.

Auch wenn wir in einen Klima-Lockdown gehen würden, ist die Klimakrise nicht mehr abzuwenden!

  • Wir werden Extremwetter mit Nahrungsmittel- und Wasserknappheit erleben. In deren Folge es zu Flüchtlingsbewegungen, mit sozialen und militärischen Konflikten kommen wird.
  • Wir werden Naturkatastrophen mit immensen materiellen Schäden und menschlichen Tragödien erleben.
  • Wir werden erleben, wie der Klimawandel direkte und indirekte Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben und das Gesundheits- und Rettungssystem nicht darauf vorbereitet sein wird.
  • Wir werden erleben, wie der europäische Wald Schaden nimmt und einen Wechsel vom CO2-Speicher zum Emittenten vollzieht. Beim Amazonas-Regenwald ist es bereits so weit gekommen. Er stößt jetzt bereits mehr CO2 aus, als er bindet (Quelle: geo.de, Unesco).
  • Wir werden erleben, dass die Ozeane als stabilisierende Kraft unseres Klimasystems, die in den letzten 25 Jahren bereits 3,6 Milliarden Hiroshima-Atombomben an Wärmeenergie gespeichert haben, uns nicht mehr werden helfen können.
  • Wir werden verstärkt erleben, wie Tiere den Globus für immer verlassen.

Sind wir dafür offen? Jeder von uns kann es abmildern.

Die gern getätigte Aussage, dass die anderen zuerst anfangen sollten, dürfen wir gar nicht an uns heranlassen. Deutschland gehört zu den 10 größten CO2-Emittenten weltweit und hat durch das hohe Ansehen eine Verantwortung und auch Vorbildfunktion. Wir, als Land des Maschinenbaus und der Wasserstoffforschung, sollten hier auch unsere große Chance sehen, natürlich insbesondere unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Es scheint bereits ein Umdenken stattzufinden. Aus allen Sektoren der Wirtschaft kommen Forderungen nach einer ambitionierten, sektorübergreifenden Energiepolitik. (Quelle: Klimareporter.de) Vertrauen wir mal darauf, dass es keine Heuchelei ist und Taten folgen.

Noch eine Hammer-Info von Spiegel bzw. Oxfam: Das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung schädigt das Klima mehr als die ärmsten 50 Prozent. Es werden bald 16 % aller CO2-Emissionen sein. Ein Spaß-Weltraumflug eines Milliardärs verursacht mehr Emissionen als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in seinem ganzen Leben.

… und leider finden insbesondere die jungen Menschen die Machenschaften der Superreichen cool. Es ist überhaupt nicht cool.

Handelt nicht im Widerspruch zu eurem Wissen. Das wäre cool … und die Elefanten überleben die große Krise. Um Ziele zu ereichen, muss man seine Komfortzone verlassen ... 

P. S.: Der NABU hat 77 Klimaschutz-Tipps für jeden von uns zusammengetragen. Vielleicht ist ja etwas dabei, was man noch nicht berherzigt.