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01.09.2019 Mikroplastik - hier in Bretzenheim?

Freigegebene Infografik vom Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven: Wie gelangt der Müll in das Meer?

Auch das Thema Mikroplastik im Meer hat seit Wochen einen prominenten Status. Obwohl es kein explizit Bretzenheimer Thema ist, so haben auch wir hier ein Stück weit Verantwortung. Wir verdrängen es bloß gern, weil ja das Meer so weit weg ist und weil wir meinen, auf keinen Fall eine Schuld daran zu haben. Weit gefehlt.

Aber was haben wir in Bretzenheim damit zu tun, und wenn ja, wie können wir die Emission von Mikroplastik vermeiden?

Eine UN—Abteilung hat definiert, was Mikroplastik überhaupt ist: Mikroplastik sind feste, wasserunlösliche Kunststoffpartikel, die fünf Millimeter und kleiner sind. Es wird dabei unterschieden in primäres und sekundäres Mikroplastik. Das primäre wird den Produkten bewusst zugefügt und gelangt so in die Umwelt. Das sekundäre entsteht durch den Zerfall von Plastik, beispielsweise wenn sich Plastikverpackungen zersetzen oder durch Abrieb bei Autoreifen etwa. Hierzu ein paar für sich sprechende Gewichtsangaben aus deutscher Sicht vom Fraunhofer-Institut Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT - da kommt eine Berg von Mikroplastik zusammen mit einem sechsstelligen Tonnengewicht.

 

Nachfolgend ist die jährlich pro Einwohner freigesetzten Menge an Mikroplastik in absteigender Reihenfolge gelistet:

* ~ 1.230 g Reifenabrieb

* ~ 230 g Abrieb Bitumen im Asphalt

* ~ 180 g Verluste bei den Kunststoffpelletherstellung

* ~ 165 g Freisetzung bei der Abfallentsorgung

* ~ 130 g Verwehungen bei Sport- und Spielplätzen mit Kunststoffbelägen

* ~ 120 g Freisetzung auf Baustellen

* ~ 110 g Abrieb bei Schuhsohlen

* ~ 100 g Abrieb Kunststoffverpackungen

* ~ 90 g Abrieb Fahrbahnmarkierungen

* ~ 80 g Faserabrieb bei der Textilwäsche

Dass es zu diesen Freisetzungen kommt, kann man durchaus nachvollziehen - beim Reifenabrieb logischerweise. Irgendwo muss die abgefahrene Gummi-Kunststoffmischung ja sein. Sie bleibt nicht auf der Straße liegen. Ganz frisch in meiner Erinnerung ist aber auch der umherfliegende Plastikmüll auf der Baustelle des Anzucht-Gewächshauses vor Bretzenheim. Für das Einsammeln von Müll wird leider noch kein Handwerker bezahlt.

Gestutzt habe ich allerdings über eine Grafik der Bundesregierung zum Mikroplastik. Wurde hier der Reifenabrieb schlichtweg vergessen? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

 

Hier noch ein paar andere Fakten rund um das Mikroplastik:

- Nur 15,6 % der in Deutschland anfallenden Kunststoffabfälle werden recycelt.

- 37,6 kg Plastikmüll verursacht jeder Deutscher im Durchschnitt pro Jahr. In Schweden sind es 24 kg.

- Pro Woche essen wir bis zu 5 g Mikroplastik.

- Ein Großteil des Mikrosplastiks filtern die Kläranlagen heraus, um dann über den Klärschlamm in die Umwelt, in die Gewässer, in das Meer und schließlich in die von uns verspeisten Meerestiere zu gelangen.

 

Jetzt fehlen nur noch Tipps, wie wir Mikroplastik meiden und deren Emission reduzieren können.

1. Beim Kauf der Kleidung auf Kunststoffbeimengungen weitgehend verzichten.

2. Kleidung mit Kunststoffbeimengungen möglichst selten waschen und insgesamt länger tragen.

3. Auf Putztücher und Lappen aus Mikrofasern verzichten und Baumwolle nehmen.

4. Auf Kosmetika und Körperpflegeartikel mit Kunststoffanteilen verzichten. Die Beimengung muss der Hersteller deklarieren. Warentests weisen dies zwischenzeitlich aus.

5. Die meisten Waschmittel enthalten ebenfalls Kunststoffverbindungen, müssen jedoch nicht deklariert werden. Warentests decken die Beimengungen jedoch zwischenzeitlich auf.

 

Denn man los und bleiben Sie neugierig.